Bring a friend for free im September! Mache es wie Fredy Gnehm…
September-Highlights

MEINE FRAU SAGT: DAS TUT DIR GUT! Fredy Gnehm entdeckt die Yoga Academy Winterthur.
Grüss die Sonne! Von wem?
Fredy wusste nicht, dass es sowas wie Yoga gibt. So ging es auch Yoga. Meine Frau findet, ich müsse endlich etwas Ganzheitliches für meine Gesundheit tun. Ich fragte, ob ein ganzes Stück Schwarzwäldertorte auch ganzheitlich sei. Sie sagte nichts.
Bei meiner Frau ist Schweigen keine Gesprächspause. Es ist die Vorstufe einer Anmeldung. Am nächsten Morgen lag ein Zettel auf dem Küchentisch: SONNENGRUSS. 18 UHR. YOGA ACADEMY WINTERTHUR.
Ich war irritiert. Die Sonne und ich kennen uns zwar vom Sehen, aber wir grüssen uns nicht. Sie geht auf, ich ziehe die Vorhänge zu. Das funktioniert seit Jahren. Trotzdem stellte ich mich ans Fenster hob die Hand und sagte: «Guten Morgen.» Die Sonne reagierte nicht. Dafür winkte der Nachbar von gegenüber zurück. Mein erster Sonnengruss zeigte also Wirkung. Nur beim falschen Empfänger. Ich packte eine Sonnenbrille, Sonnencreme und vorsichtshalber einen Klappstuhl ein. Meine Frau räumte alles wieder aus. «Du brauchst nur bequeme Kleidung.» Das klang beruhigend. Wobei: Fallschirmspringer tragen ebenfalls bequeme Kleidung.
In der Yoga Academy begrüsste mich die Kursleitung. Die Sonne weiterhin nicht. Dann erfuhr ich, was ein Sonnengruss wirklich ist: eine Folge von Bewegungen, die mit dem Atem verbunden werden. Man richtet sich auf, beugt sich, stützt sich ab und kommt wieder hoch. Und das Wichtigste: Jede Bewegung kann angepasst werden. Dieser Satz gefiel mir sofort. «Anpassen» wurde mein Lieblingswort im gesamten Yoga-Vokabular. Wir begannen im Stehen. Endlich eine Übung, die ich konnte. Dann sollten wir bewusst stehen. Das war schwieriger. Die Füsse sollten fest auf dem Boden stehen, die Schultern locker sein und der Atem fliessen. Meine Füsse machten mit. Die Schultern versuchten es. Nur der Atem stand noch im Feierabendverkehr. Dann gingen die Arme nach oben. Auch das gelang. Anschliessend beugten wir uns nach vorn. Da tauchte das erste Problem auf: der Boden. Der Boden und ich führen seit Jahren eine gute Fernbeziehung. Er bleibt unten, ich oben. Nun sollten wir uns plötzlich näherkommen. Meine Hände schafften es ungefähr bis zu den Knien. Die Kursleitung gab mir zwei Blöcke. Das ist das Schöne am Yoga: Wenn der Boden zu weit weg ist, kommt er einen entgegen.
Niemand lachte. Niemand drängte. Ich durfte die Knie beugen und die Bewegung so machen, wie sie für mich möglich war. Das gefiel mir. Nicht ich musste zur Übung passen. Die Übung durfte zu mir passen. Wir machten weiter. Ein Schritt zurück, abstützen, strecken und wieder nach vorn. Zwischendurch sah mein Körper aus wie ein Gartenstuhl nach einem Herbststurm. Die Kursleitung nannte es eine Variante. Das war höflich. Nun kam der Atem dazu: einatmen beim Aufrichten, ausatmen beim Beugen. Anfangs kam mein Atem immer eine Bewegung zu spät. Nach ein paar Runden hatten Arme, Beine und Lunge endlich denselben Termin. Und dann geschah etwas Seltsames: Mein Kopf dachte für ein paar Minuten an gar nichts. Nicht an E-Mails. Nicht an den Einkaufszettel. Nicht daran, ob die anderen bemerkten, dass mein Sonnengruss eher wie eine Beschwerde an das Wetter aussah. Mein Kopf tat einfach nichts. Ich erschrak kurz. Dann gefiel es mir.
Nach der Stunde war ich warm, wach und erstaunlich ruhig. Aus mir war kein biegsamer Weiser geworden. Aber ich hatte gemerkt: Bewegung muss nicht perfekt aussehen, um gutzutun. Zu Hause fragte meine Frau: «Und?» «Die Sonne hat nicht zurückgegrüsst.» Sie wartete. «Aber falls du mich für nächste Woche schon wieder angemeldet hast, musst du nicht stornieren.» «Du bist bereits angemeldet.» «Sehr gut. Eine Stornierung würde nur unnötig Energie verbrauchen.» Seitdem weiss ich: Der Sonnengruss macht tatsächlich beweglicher. Besonders in der schwierigsten Haltung für verheiratete Männer: zugeben, dass die eigene Frau recht hatte. Ganz beherrsche ich diese Übung noch nicht. Aber ich habe ja nächste Woche wieder Training.
SONNENGRUSS IN KÜRZE: Der Sonnengruss ist eine fliessende Folge verschiedener Körperhaltungen. Die Bewegungen werden mit dem Atem verbunden und können an die eigenen Möglichkeiten angepasst werden.
Montags von 18:00-19:15 Uhr und Mittwochs von 18:30-19:45 Uhr wirst du von Thomas Grenacher und Stephanie Harding durch Sonnengruss-Flows. geführt. Probiere es einmal aus und reserviere dir deine Matte!






